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	<title>Alexander Jossifidis &#187; Kreuzberg</title>
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		<title>Synagoge Fraenkelufer. Kleine Gemeinde mit großer Tradition</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:54:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die jüdische Gemeinde am Fraenkelufer erinnerte mit einem Festakt an die Wiedereinweihung ihrer Synagoge vor 50 Jahren. Ein Besuch Der Weg zum Festakt führte vorbei an mehreren Sicherheitsbarrieren, quer stehenden Polizeiautos, einer breitschultrigen Security und schließlich der im Eingangsbereich aufgestellten &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=178">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Die jüdische Gemeinde am Fraenkelufer erinnerte mit einem Festakt an die Wiedereinweihung ihrer Synagoge vor 50 Jahren. Ein Besuch<span id="more-178"></span></h2>
<p>Der Weg zum Festakt führte vorbei an mehreren Sicherheitsbarrieren, quer stehenden Polizeiautos, einer breitschultrigen Security und schließlich der im Eingangsbereich aufgestellten elektronischen Sicherheitsschleuse. Erst dann bot sich die Gelegenheit, den zumeist betagten Gemeindemitgliedern zu gratulieren. Im Gegensatz zum grimmigen Sicherheitsregiment vor der Tür, herrschte im Innern der Synagoge ausgelassene Festtagsstimmung. Knapp 100 Gemeindemitglieder feierten gemeinsam mit viel lokaler Prominenz. Lala Süsskind, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sowie der Bezirksbürgermeister Franz Schulz fanden lobende Worte. Sie erinnerten an eine Synagoge, die ihre erste Einweihung bereits 1916 erlebte. Damals war die Zahl der Berliner Juden durch Zuzug stark angestiegen. Neben jüdischen Deutschen aus den Provinzen des Reiches zählte eine Berliner Statistik von 1910 alleine 13.000 Juden aus Osteuropa. Letztere hatten sich vor Pogromen in Sicherheit bringen können. Um diesem Wachstum Rechnung zu tragen, begannen 1911 Planungen für eine 2000 Menschen fassende Synagoge am damaligen Kottbusser Ufer. Es entstand ein repräsentativer Bau im neoklassizistischen Stil, der primär von orthodox eingestellten Gläubigen aufgesucht wurde. Da die Einweihung des Gotteshauses in die Zeit des Ersten Weltkrieges fiel, waren zahlreiche Reden des Eröffnungstages sehr patriotisch gefärbt. Die Gemeindemitglieder schützte dies jedoch wenig vor antisemitischen Ausfällen nationalistischer Nachbarn. Attacken nahmen in den Nachkriegsjahren rapide zu und fanden im Februar 1930 einen ersten negativen Höhepunkt. Eine Gruppe Männer, die in einer nahe gelegenen SA-Kneipe verkehrte, schmierte breitflächig Parolen wie <em>Judas verrecke</em> an die Synagogenwände. Unheilsboten einer sich stetig feindseliger gebärdenden Umgebung. Mit der so genanten Machtergreifung der Nationalsozialisten bekamen die Schikanen nun auch noch eine staatliche Sanktionierung. Der Verwüstung der Synagoge während der Reichspogromnacht im November 1938 folgte in den kommenden Jahren die Nutzung des Geländes durch städtische und staatliche Stellen. Es entstand eine Lagerhalle für Gegenstände deportierter Berliner und Parkraum für Militärfahrzeuge.</p>
<p>Weitere Zerstörungen resultierten aus alliierten Bombenangriffen während des Zweiten Weltkrieges. So glich die Hauptsynagoge gegen Ende der Kampfhandlungen einer Trümmerlandschaft und wurde schließlich 1959 abgetragen. Dagegen erholte sich das Gemeindeleben rasch wieder. Es fand fortan in der angegliederten kleinen Jugendsynagoge einen neuen Mittelpunkt. Bereits im September 1945 feierten Gläubige dort einen ersten Gottesdienst, an dem jüdische Berliner, aus Konzentrationslagern befreite polnische Juden sowie sowjetische und amerikanische Soldaten teilnahmen. Mittlerweile besteht die Betergemeinschaft primär aus Menschen, deren Familien die KZs und Ghettos in Polen durchlebt hatten und die auf ihren Wegen nach Palästina oder Amerika in Berlin strandeten. In Kreuzberg selbst wohnt leider kaum noch einer von ihnen, doch sie halten der kleinen Synagoge am schönen Landwehrkanal nach wie vor die Treue.</p>
<p>Berlin, den 15. Juni 2009 / Erschienen im Stachel Sommer 2009  www.frieke.de/stachel/2788681.html</p>
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		<title>Soziales Engagement in Kreuzberg 36</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:46:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Beziehungsabbrüche, gewalttätiges Umfeld, sexuelle Übergriffe. Die Gründe für Kinder oder Erwachsene, den Kindernotdienst zu kontaktieren, sind so traurig wie vielfältig. Ein kurzer Besuch bei einer Kreuzberger Institution. &#160; Ein schöner und etwas verwunschen wirkender Altbaukomplex an der Hochbahnlinie 1 zwischen &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=171">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Beziehungsabbrüche, gewalttätiges Umfeld, sexuelle Übergriffe. Die Gründe für Kinder oder Erwachsene, den Kindernotdienst zu kontaktieren, sind so traurig wie vielfältig. Ein kurzer Besuch bei einer Kreuzberger Institution.<span id="more-171"></span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein schöner und etwas verwunschen wirkender Altbaukomplex an der Hochbahnlinie 1 zwischen den Stationen Kottbusser Tor und Prinzenstraße unterbricht wohltuend die Tristesse des angrenzenden Hochhausgürtels. Der hier beheimatete Kindernotdienst bietet in hellen, sympathisch gestalteten Räumen eine Anlaufstelle für hilfsbedürftige Kinder, Eltern und Menschen, die sich um Kinder sorgen. Ihnen wird vom ersten Beratungsgespräch bis zur Möglichkeit einer vorübergehenden Unterkunft für die Kinder ein breites Spektrum unterstützender Maßnahmen angeboten. Da die Not der Hilfesuchenden weder Wochenende noch Feierabende kennt, bleibt das Haus in der Gitschiner Str. 49 selbstverständlich rund um die Uhr telefonisch und persönlich erreichbar. Es stellt den rettenden Anker für jährlich circa 2000 Kontaktsuchende dar.</p>
<p>Die einprägsame Nummer 610061 wird folglich nicht ausschließlich von Kindern gewählt, sondern auch von besorgten Erwachsenen aus deren Umfeld. Glücklicherweise gelingt es dem Beratungsteam in circa der Hälfte aller Fälle eine Entwicklung anzustoßen, die eine Rückkehr der Kinder in die jeweiligen Familien nach bereits wenigen Gesprächen möglich macht. Andererseits wird der Kindernotdienst auch mit Schicksalen konfrontiert, welche sofortige Schutzmaßnahmen für die betroffenen Heranwachsenden erfordern. Hier bietet die Gitschiner Straße 49 eine erste Adresse, sollte das Jugendamt nicht erreichbar oder eine Unterbringung sofort nötig sein.</p>
<p>Frau Köhn, engagierte Koordinatorin des Hauses, beobachtet Tendenzen einer zunehmenden Verarmung. So sei es beispielsweise eine traurige Entwicklung, dass häufig Familien im Bezirk medizinische Leistungen für ihre Kinder nicht in Anspruch nehmen und auch nicht krankenversichert sind. Hilferufe kommen zudem vermehrt aus Haushalten, die aus Alleinerziehenden, meist der Mutter, bestehen. Armut und Überforderung würden psychischen Krisen und Notlagen fördern, so Frau Köhn.</p>
<p>Auffallend ist ferner die geringe Zahl Ratsuchender mit Migrationshintergrund, was in einem multikulturellen Umfeld, wie es Kreuzberg darstellt, überrascht. Als eine mögliche Erklärung nennt die Koordinatorin des Hauses das Bemühen der Betroffenen, familiäre Probleme ohne Hilfe von Außen innerhalb des Familienverbandes zu lösen. Um dies ein Stück weit zu ändern, würde sie sich einen größeren Bekanntheitsgrad des Kindernotdienstes und anderer Beratungsstellen innerhalb der türkischsprachigen oder arabischsprachigen Gemeinschaft wünschen.</p>
<p>Im kommenden Mai wird das aus 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehende Personal den 30. Geburtstag der Institution feiern. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg als Träger der Einrichtung hat dessen Existenz gesichert. So begrüßenswert dieser Sachverhalt auch ist, so traurig bleibt die Notwendigkeit von Notdiensten für Kinder und Jugendliche.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zur Info:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Jugendnotdienst (0-24 Uhr)</strong> 61 00 62</p>
<p><strong>Kindernotdienst (0-24 Uhr)</strong> 61 00 61</p>
<p><strong>Hotline-Kinderschutz </strong>61 00 66</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Berlin, den 21. November 2007 / Erschienen im Stachel Winter 2007 www.frieke.de/stachel/824054.html</p>
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		<title>Als Kollektiv kommen wir ohne Chefs aus</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:06:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Regenbogenfabrik in Kreuzberg feiert 30jähriges Bestehen. Was mit der Besetzung einer leer stehenden Chemiefabrik und eines benachbarten Wohnhauses begann, ist heute ein lebendiges Kultur- und Nachbarschaftszentrum In einer kleinen, gemütlichen Remise sitzt Andy, hinter ihm an der Wand hängt &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=140">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Regenbogenfabrik in Kreuzberg feiert 30jähriges Bestehen. Was mit der Besetzung einer leer stehenden Chemiefabrik und eines benachbarten Wohnhauses begann, ist heute ein lebendiges Kultur- und Nachbarschaftszentrum<span id="more-140"></span></strong></p>
<p>In einer kleinen, gemütlichen Remise sitzt Andy, hinter ihm an der Wand hängt die Weltkarte. „In der Regenbogenfabrik bin ich verantwortlich für Verwaltung und nennen wir es mal Sonstiges“, sagt er lachend. Der sympathische und jugendlich wirkende Mann mit grauem Zopf war in seinem früheren Leben Drucker und Industrieelektroniker. „Doch das ist mittlerweile verjährt“, bemerkt er schmunzelnd. Seit fünf Jahren engagiert er sich nun auf dem Gelände an der Lausitzer Straße. Einen Bezug zur Regenbogenfabrik hatte er aber bereits seit den 80er Jahren. „Damals besuchte hier meine Tochter die Kita und außerdem komme ich selbst aus der Hausbesetzerszene.“ Von den Bewohnerinnen und Bewohnern der ersten Jahre seien vielleicht noch zirka zehn Mitstreiterinnen und Mitstreiter vor Ort. Insgesamt würden 80 Personen das Areal mit Leben füllen. Es ähnelt einem kleinen Dorf, in dem es neben der besagten Kita ein Kino, ein Hostel, ein Café und eine so genannte Selbsthilfewerkstatt für Fahrräder gibt.</p>
<p>Natürlich seien mit der Aufrechterhaltung des Betriebes auch Kosten verbunden und soziale Projekte mittlerweile nur noch schwer finanzierbar, gibt Andy zu bedenken. „Daher bemühen wir uns verstärkt, ökonomisch zu arbeiten. Wir müssen unser Geld selbst erwirtschaften.“ Immerhin kann dabei ein wenig helfen, dass das Kino unter Berliner Cineasten einen guten Ruf genießt und sich Besuchergruppen aus dem In- und europäischen Ausland fast wöchentlich zu Führungen anmelden, sich gewissermaßen die Klinke in die Hand geben. „Früher kamen vielleicht alle paar Monate interessierte Menschen vorbei.“ Sie alle wollen sich das Lebensgefühl einer selbstverwalteten Gemeinschaft erklären lassen: „Bei uns wird alles im Kollektiv entschieden. Als Kollektiv kommen wir ohne Chefs aus und das ist uns sehr wichtig. Anders ausgedrückt sind wir alle Chefs“, unterstreicht Andy stolz.</p>
<p>Gegenwärtig bemühe man sich um einen Erwerb des Grundstücks. „Wir stehen mit dem Bezirk, dem das Areal gehört, in Verhandlungen und könnten uns einen Erbpachtvertrag vorstellen“, bemerkt er, möchte dann aber nicht ins Detail gehen. Würden die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss kommen, wäre das der krönende Höhepunkt im Jubiläumsjahr. „Die 30 Jahre Regenbogenfabrik haben wir ja bereits ausgiebig gefeiert. Mit einer Lesung im Café zum Häuserkampf in Berlin, mit einem Sektempfang für politische Unterstützerinnen und Unterstützer, mit einer Filmvorführung zur solidarischen Ökonomie und natürlich mit unserem Hoffest, das sehr gut besucht wurde.“ Tatsächlich scheint die Regenbogenfabrik einer der immer weniger werdenden Orte im Bezirk zu sein, in dem alternatives Leben noch möglich ist. „Die Oranienstraße ist mittlerweile eine Rennbahn. Dort spielt sich viel ab. Dort hat sich viel verändert. Wir liegen da doch zu abseits und können unser Konzept gut behaupten“, erklärt Andy die Resistenz der Regenbogenfabrik gegen die zu beobachtenden Tendenzen der Gentrifizierung.</p>
<p>Beim Verlassen des Geländes fällt der Schornstein ins Auge, der das Grundstück prägt. Er stammt noch aus einer Zeit, als hier ein Dampfsägewerk betrieben wurde. Der Schornstein steht unter Denkmalschutz und wirkt damit wie ein Leuchtturm, der anzeigt, dass hier an der Lausitzer Straße noch immer alternative Freiräume zu finden sind, die den Bezirk bereichern.</p>
<p>Berlin, den 13. März 2011 / Erschienen im Stachel Frühling 2011 www2.frieke.de/uploads/stachel_2011_04.pdf</p>
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		<title>Jüdisches Leben in Friedrichshain und Kreuzberg</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 12:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor wenigen Wochen wagte die tageszeitung den so genannten Kippa-Test. Sie schickte einen Mitarbeiter mit dieser jüdischen Kopfbedeckung durch Neukölln und Lichtenberg. Die weitaus meisten Passantinnen und Passanten zeigten sich bei der Begegnung mit einem vermeintlich jüdischen Spaziergänger überrascht. Dabei &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=122">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor wenigen Wochen wagte die tageszeitung den so genannten Kippa-Test. Sie schickte einen Mitarbeiter mit dieser jüdischen Kopfbedeckung durch Neukölln und Lichtenberg. Die weitaus meisten Passantinnen und Passanten zeigten sich bei der Begegnung mit einem vermeintlich jüdischen Spaziergänger überrascht. Dabei gehörten Kippa-Träger bis in die 30er Jahren hinein zum Straßenbild Berlins. Eine Spurensuche in Friedrichshain und Kreuzberg.<span id="more-122"></span></p>
<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts flohen Tausende Menschen jüdischen Glaubens vor Pogromen aus Osteuropa nach Berlin. Ihr eigentliches Ziel hieß zumeist New York, die Reichshauptstadt sollte Zwischenstation sein. Die Mehrzahl dieser Flüchtlinge kam am Schlesischen Bahnhof, dem heutigen Ostbahnhof, an. Hier boten billige Absteigen und Mietwohnungen eine erste Anlaufstation. Sie sorgten für die Konzentration jüdischen Lebens rund um den Bahnhof. Im Jahre 1925 zählte Friedrichshain circa 8000 Einwohner mosaischen Glaubens. Neben denen, die in zumeist ärmlichen Verhältnissen lebten, gab es jedoch auch solche, die eine kleine jüdische Mittelschicht bildeten. Diese besaß in der Warschauer Straße und in der Großen Frankfurter Straße, der heutigen Karl-Marx-Allee, Arztpraxen und Kaufläden.</p>
<p>Obwohl fünf Prozent der Berliner Juden in Friedrichshain gemeldet waren, gab es für sie mit der privaten Lippmann-Tauß-Synagoge lediglich ein kleines Gebetshaus, dessen feierliche Einweihung im Jahre 1893 stattgefunden hatte. Es lag in der heute nicht mehr existierenden Gollnowstraße – unweit der Mollstraße.</p>
<p>Wie sah es in Kreuzberg aus? Trotz lokaler Konzentration war die jüdische Einwohnerzahl mit circa 6000 Personen überraschend gering. Die aus Osteuropa geflüchteten Menschen jüdischen Glaubens fanden zumeist entlang der proletarisch geprägten Skalitzer Straße eine neue Bleibe. Hier eröffneten sie zahlreiche Gebrauchtkleidergeschäfte.</p>
<p>Einen gehobenen Lebensstandard präsentierten dagegen die jüdischen Ärzte und Kaufleute in der Oranienstraße. Dieser Kurfürstendamm des Ostens wies einen Straßenabschnitt auf, der primär von Schuhgeschäften im jüdischen Besitz [z.B. dem Schuhgeschäft Leiser] geprägt wurde. Die in der Umgebung aufgewachsenen Gebrüder Wertheim eröffneten wiederum am Moritzplatz ein imposantes Kaufhaus.</p>
<p>Religiösen Anlaufpunkt bot zunächst eine kleine Synagoge in der Prinzenstraße 71, der späteren Hausnummer 86. Aufgrund des Anwachsens der jüdischen Gemeinde beschlossen Mitglieder den Bau eines größeren Gotteshauses. Es wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Molkereibetriebes in der Dresdner Straße errichtet. Heute befindet sich dort ein an das Kino Babylon grenzender Spielplatz. Doch nach wenigen Jahren war auch diese Synagoge zu klein, weshalb bereits im Jahre 1916 ein repräsentatives und mit 2000 Sitzplätzen ausgestattetes Gebäude an das Kottbusser Ufer, das heutige Fraenkelufer, gesetzt wurde. Es war Treffpunkt der orthodoxen Juden, während die liberalen Glaubensgenossen in der Lindenstraße, der späteren Axel-Springer-Straße, zum Gebet zusammenfanden.</p>
<p>Obwohl sich das jüdische Leben äußerst facettenreich darstellte und es Zionisten wie Deutschnationale, Kommunisten wie Orthodoxe gab, konstruierten die Nationalsozialisten <em>den Juden</em>. Einmal an der Macht, töteten sie in ihrem Judenhass 2738 Friedrichshainer und circa 1300 Kreuzberger Bürgerinnen und Bürger.</p>
<p>Infolge der nationalsozialistischen Politik verloren beide Bezirke ihr jüdisches Gesicht. Bei einem Spaziergang weisen jedoch noch heute zahlreiche Spuren auf diese Glaubensgemeinschaft hin. Insofern muss sich niemand wundern, einem Kippa-Träger zu begegnen.</p>
<p>Berlin, den 15. April 2007 / Erschienen im Stachel am 29. April 2007 www.frieke.de/stachel/497134.html</p>
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		<title>Support your local team</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 12:24:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das allgemeine Interesse an den Fußballdarbietungen der Vereine aus Friedrichshain-Kreuzberg hält sich in überschaubaren grenzen. Ein Dokumentarfilm änderte dies kurzzeitig: Football Under Cover. Eine Filmkritik Die sympathische Frauenmannschaft des BSV Al-Dersimspor trainiert in der Sportanlage am Anhalter Bahnhof. Ihre Spiele &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=110">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das allgemeine Interesse an den Fußballdarbietungen der Vereine aus Friedrichshain-Kreuzberg hält sich in überschaubaren grenzen. Ein Dokumentarfilm änderte dies kurzzeitig: Football Under Cover. Eine Filmkritik<span id="more-110"></span></p>
<p>Die sympathische Frauenmannschaft des BSV Al-Dersimspor trainiert in der Sportanlage am Anhalter Bahnhof. Ihre Spiele finden, wie bei den meisten anderen Amateurmannschaften auch, kaum öffentliche Beachtung. Dies ändert sich jedoch mit der Planung für ein Freundschaftsspiel gegen die iranische Frauennationalmannschaft. Fußball ist im Iran äußerst populär. Männer und Frauen dürfen jedoch nicht gemeinsam in das Stadion gehen. Ein Grund, weshalb selbst dem Vereinschef des BSV Al-Dersimspor der Zutritt zum Teheraner Sportplatz verweigert wird. Im Frühjahr 2006 finden sich letztlich zirka 1000 Frauen im weiten Rund ein. Mit südländischer Begeisterung schreien sie das iranische Team nach vorne. In den Augen der Sittenwächterrinnen ein Ärgernis, welches eine Steigerung erfährt, als Parolen für die Emanzipation der Frau formuliert werden.</p>
<p>Die verschleierten Fußballspielerinnen bekommen hiervon nur am Rande mit. Die Konsequenzen sind jedoch eindeutig: Ein vorgesehenes Rückspiel in Kreuzberg wird von iranischer Seite kurzfristig abgesagt.</p>
<p>Der Dokumentarfilm zeigt eindrucksvoll, dass für manche Entscheidungsträger Fußball doch mehr zu sein scheint als lediglich die schönste Nebensache der Welt. Das Verhindern eines Freundschaftsspiels, welches der Völkerverständigung hätte dienen können, wirft kein gutes Licht auf die Verantwortlichen. Ob sie ihrem Land damit einen großen Dienst erwiesen haben, sei dahingestellt. Aktive Fußballfans, die sich den Film anschauen, dürften dies wohl eher bezweifeln.</p>
<p>Berlin XXX</p>
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		<title>Türkiyemspor – the Pride of Kreuzberg nochmal davongekommen</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 13:10:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Sportlich im Tabellenkeller der Regionalliga Nord. Finanziell der Insolvenz knapp entgangen. Ein Lagebericht. Das Heimspiel gegen die Mannschaft von Oberneuland, einem Bremer Ortsteil, ist sehr schlecht besucht. Ganze 53 Fans verlieren sich in der zugigen Betonschüssel des 20.000 Zuschauer fassenden &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=194">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Sportlich im Tabellenkeller der Regionalliga Nord. Finanziell der Insolvenz knapp entgangen. Ein Lagebericht.<span id="more-194"></span></h2>
<p>Das Heimspiel gegen die Mannschaft von Oberneuland, einem Bremer Ortsteil, ist sehr schlecht besucht. Ganze 53 Fans verlieren sich in der zugigen Betonschüssel des 20.000 Zuschauer fassenden Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks in Prenzlauer Berg. Türkiyemspor dominiert leider nicht nur sportlich den Tabellenkeller der Regionalliga Nord, sondern ist auch bei der Zuschauergunst mit im Schnitt 199 Fußballenthusiasten das Schlusslicht der Regionalliga. Eine Zahl, die noch niedriger ausfallen würde, kämen nicht auch die Anhänger der Gästemannschaften ins Stadion. Fußballstimmung kommt so nur selten auf. Leider besitzt Türkiyemspor kein eigenes regionalligataugliches Stadion in Kreuzberg und so werden Heimspiele zu gefühlten Auswärtsspielen. Denn Türkiyemspor im Prenzlauer Berg, das passt zusammen wie Schneefall und Tropen.</p>
<h3>Der Kuckuck an der Tür</h3>
<p>Wäre das alles nicht schon deprimierend genug, folgte letzten Herbst ein weiterer Schock. Das Gespenst der Insolvenz geisterte durch das Vereinsbüro. Der Schuldenberg hatte die 600.000 Euro Marke erreicht. Türkiyemspor war zahlungsunfähig. Erst der Verzicht ehemaliger Vorstandsmitglieder auf ihr Geld und ein knallharter Sparkurs konnten das drohende Ende noch einmal abwenden. Nun treten die Spieler für unter 200 Euro im Monat gegen den Ball. Viele haben Türkiyemspor bereits verlassen. Robert Claus vom Mediateam des Vereins betont daher, dass man realistisch sei und bereits für die Oberliga plane. „Dort wollen wir uns erst einmal konsolidieren.“ Die Jugendarbeit und das soziale Engagement würden allerdings weiter laufen wie bisher. Hier gäbe es kaum Kosten, die eingespart werden müssten. Es fehlt die breite Solidarisierung türkischstämmiger Berlinerinnen und Berliner. Der Wedding liegt zwar in Sichtweite der Flutlichtmasten doch trotzdem verirrt sich kaum ein türkischstämmiger Nachbar ins Stadion. „Die haben halt ihre eigenen Vereine“, versucht es Robert Claus zu erklären.</p>
<h3>Angriffe von Rechts</h3>
<p>Dabei ist das Potenzial breiter Zuschauerunterstützung vorhanden. Zuschauerzahlen von mehreren Tausend Fußballenthusiasten wurden bereits erreicht. Doch das scheint erst einmal Geschichte. Eine Geschichte, die in einer Berliner Freizeitliga begann und beinahe in die Zweite Bundesliga geführt hätte. Die Erfolge machten den Verein bei Fußballfans bundesweit bekannt und bei rechten Gruppen verhasst. Diesbezüglich habe sich kaum etwas geändert, betont Robert Claus. So stand der Text „Und wieder kein Tor für Türkiyemspor“ auf den T-Shirts zahlreicher Fans des Ligakonkurrenten Chemnitzer FC. Es ist der Refrain eines Liedes der verbotenen Band <em>Die Landser. </em>Der DFB verhängte daraufhin harte Strafen gegen den sächsischen Verein. Aufgrund dessen würde sich die rechte Fanszene in den Stadien ein wenig zurückhaltender präsentieren, so Robert Claus. Dass vor dem Spiel gegen Oberneuland einem Mannschaftsbus von Türkiyemspor in Rudow die Reifen zerstochen wurden, bleibt da nur Randnotiz. „Wir waren das einzige Auto, was im Umkreis beschädigt wurde. Das sagt eigentlich schon alles. Aber da wir keine Beweise haben, beschuldigen wir auch niemanden“, nimmt er es schon beinahe stoisch.</p>
<h3>Bald wieder daheim</h3>
<p>Tatsächlich gilt der Blick der Zukunft und die heißt erst einmal Oberliga. An dem Abend macht Türkiyemspor einen weiteren Schritt in die Richtung und verliert mit 1:2 gegen die Mannschaft vom Bremer Stadtrand. „Oberneuland, Oberneuland“, schallt es vereinzelt durch die kalte Nacht. „Wenn wir nächste Saison in der Oberliga spielen, dürfen wir auch das Kreuzberger Katzbachstadion nutzen. Dann sind wir endlich wieder zuhause“, bringt es ein Fan von Türkiyemspor auf den Punkt. Immerhin gibt es dann auch wieder richtige Heimspiele.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Berlin, den 28. Januar 2011  Erschienen im Stachel Frühjahr 2011 http://www2.frieke.de/uploads/stachel_a3_2011_02.pdf<em><br />
</em></p>
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