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	<title>Alexander Jossifidis &#187; Berlin</title>
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		<title>„Wir können nicht nur Toleranz einfordern, wir müssen sie auch leben“</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 12:44:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Fußballmannschaft von Makkabi Berlin geht ihrem Tagesgeschäft in der Verbandsliga nach. Bei Heimspielen verirren sich nur wenige Enthusiasten im weiten Rund der Julius-Hirsch-Sportanlage. Dennoch ist Makkabi Fußballkennern ein Begriff. Ein Interview mit dem Vorsitzenden Tuvia Schlesinger über die wichtigste &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=127">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;" align="center"><strong>Die Fußballmannschaft von Makkabi Berlin geht ihrem Tagesgeschäft in der Verbandsliga nach. Bei Heimspielen verirren sich nur wenige Enthusiasten im weiten Rund der Julius-Hirsch-Sportanlage. Dennoch ist Makkabi Fußballkennern ein Begriff. Ein Interview mit dem Vorsitzenden Tuvia Schlesinger über die wichtigste Nebensache der Welt<a href="http://www.jossifidis.de/?attachment_id=220" rel="attachment wp-att-220"><img class="alignright size-medium wp-image-220" title="Makkabi Berlin" src="http://www.jossifidis.de/wp-content/uploads/2012/02/Makkabi-Berlin-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></strong> <span id="more-127"></span></p>
<p>JZ: Herr Schlesinger, bevor wir über Fußball reden, eine Frage: Sie wurden in Haifa geboren und sind 1959 im Alter von sieben Jahren nach Berlin gekommen. Was verschlug Ihre Familie zu dieser Zeit ausgerechnet nach Berlin?</p>
<p>Schlesinger: Meine Mutter kam aus Berlin. Sie hatte meinen Vater, dessen Familie wiederum aus Wien stammte und vollkommen ausgelöscht wurde, in Israel kennen gelernt. Insofern war Berlin für unsere Familie auch Heimatstadt.</p>
<p>JZ: Und Sie gehörten 1970 bei der Vereinsgründung von Makkabi Berlin zu den ersten Spielern und Mitgliedern. Wer bildete die Gründergeneration?</p>
<p>Schlesinger: Zunächst einmal muss man sagen, dass der Verein wieder gegründet wurde. Er sieht sich in der Tradition eines jüdischen Klubs, den es in der Stadt bereits vor dem Krieg gab. Die Vereinsgründer waren zumeist ältere Menschen, die nach dem Krieg nach Berlin zurückkehrten. Sie wollten mit Hilfe des Sports eine Brücke der Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden schlagen.</p>
<p>JZ: Wie wurde die Vereinsgründung damals in der Öffentlichkeit diskutiert?</p>
<p>Schlesinger: Eher neutral, wenn überhaupt. Wir spielten in den untersten Ligen und waren dort eine von vielen Mannschaften. Natürlich haben einige Politiker positiv reagiert: Berlin hatte wieder einen jüdischen Verein. Vor dem Krieg existierten zirka ein Dutzend jüdischer Sportvereine in der Stadt.</p>
<p>JZ: Makkabis Bekanntheit wuchs in den folgenden Jahren. Wie sieht die aktuelle Mitgliederzahl aus und welche Sportabteilung dominiert?</p>
<p>Schlesinger: Da Fußball mit Abstand die beliebteste Sportart in Deutschland ist, haben wir natürlich auch hier unsere größte Abteilung. Insgesamt zählt unser Verein zwischen 480 und 500 Mitglieder.</p>
<p>JZ: Makkabis Herrenmannschaft spielt in der Verbandsliga. Welche langfristigen sportlichen Ziele halten Sie für realistisch?</p>
<p>Schlesinger: Zu Beginn der Saison war das Ziel ein einstelliger Tabellenplatz. Den haben wir nun sicher. Natürlich möchte man in einem nächsten Schritt um den Aufstieg mitspielen. Allerdings fragen wir uns, ob ein Aufstieg in die Oberliga vor dem Hintergrund der negativen Ereignisse der letzten Wochen wirklich wünschenswert wäre.</p>
<p>JZ: Sie sprechen die Vorfälle mit antisemitischen Parolen während mehrerer Fußballspiele an. In vorangegangenen Interviews bemerkten sie ein Ansteigen antisemitischer Entgleisungen bei Auswärtsspielen. Wie macht sich das bemerkbar? Immerhin, Borussenfront und ähnliche Vereinigungen waren bereits ein Phänomen der 80er Jahre.</p>
<p>Schlesinger: Da gebe ich Ihnen Recht. Doch früher war alles eher unterschwellig. Man hat sein antisemitisches Gedankengut in der Regel nicht in die Öffentlichkeit getragen. Heute ist es durch politische und gesellschaftliche Entwicklungen jedoch wieder gang und gäbe. Eine Studie der Friedrich Ebert Stiftung hierzu besagt beispielsweise, dass zirka 25 Prozent der Deutschen antisemitische Ansichten vertreten. Wenn man diese Zahlen kennt und seine Erfahrungen in der jüngsten Vergangenheit gemacht hat, dann fragt man sich natürlich, ob es wünschenswert ist, die eigene Mannschaft zu Oberliga-Auswärtsfahrten in Regionen außerhalb von Berlin zu schicken.</p>
<p>JZ: Makkabi wird in der Öffentlichkeit als jüdischer Verein wahrgenommen. Doch wie viele Spieler in der Fußball-Herrenmannschaft gehören überhaupt noch zur jüdischen Glaubensgemeinschaft?</p>
<p>Schlesinger: In unserer Jugendabteilung sind sehr viele Kicker jüdischen Glaubens. Bei unserer zweiten Herrenmannschaft sind es so zwischen 60 und 70 Prozent. Nur bei unserer in der Verbandsliga spielenden Mannschaft sind es gerade einmal zwei Spieler. Dennoch müssen sich die Spieler Pöbeleien wie „Scheiß Jude“ gefallen lassen. Die einen wollen da nicht mehr mit machen, die anderen identifizieren sich dadurch eher noch mehr mit dem Verein.</p>
<p>Der Grund für die wenigen jüdischen Spieler im Verbandsligateam geht damit einher, dass hier leistungsbezogen gearbeitet wird. Man trifft sich in kurzen Abständen, um hart zu trainieren. Folglich ist das kein entspannter Hobbyfußball mehr und das schreckt natürlich viele aus dem Nachwuchs ab.</p>
<p>JZ: Makkabis Fußballmannschaft zählt in dieser Saison zu den Spitzenteams der Liga. Dennoch hält sich das Zuschauerinteresse in Grenzen. Beim Spitzenspiel gegen die Reinickendorfer Füchse sah man im heimischen Stadion beispielsweise mehr Auswärtsfans. Woran könnte das liegen?</p>
<p>Schlesinger: Wir sind einfach zu schnell gewachsen, hatten zu schnell Erfolg. Es fehlt an vielen Dingen. Sehen Sie sich die Infrastruktur an: Wir haben keinen Stadionsprecher. Keine Musik während der Pause. Alles Dinge, die einen Besuch ein wenig komfortabler gestalten. Ferner können wir noch mehr für uns werben.</p>
<p>JZ: Zum Fußball gehören Rivalitäten und Freundschaften zu anderen Teams. Wie sieht es da bei Makkabi aus?</p>
<p>Schlesinger: In der Verbandsliga sind alle Mannschaften Konkurrenten. Doch da wir gute Kontakte zum Berliner SC haben, hoffe ich, dass er die Klasse wird halten können. In der Oberliga haben wir wiederum ein gutes Verhältnis zu Türkiyemspor.</p>
<p>JZ: Türkiyemspor und Makkabi haben sich in der Vergangenheit auch bei Veranstaltungen engagiert, die sich gegen Homophobie im Sport wenden. Stichwort respect gaymes. Wie kam es dazu?</p>
<p>Schlesinger: Wir können nicht immer nur Toleranz von anderen einfordern, wir müssen sie auch leben. Daher haben wir uns selbstverständlich gerne bei der Initiative gegen Homophobie im Sport beteiligt.</p>
<p>JZ: Makkabi folgt zionistischen Idealen…</p>
<p>Schlesinger: …Das hört sich so nach Imperialismus an. Tatsächlich hat beispielsweise Jerusalem in unseren Gebeten eine zentrale Bedeutung. Und dann möchte ich an die Verfolgungen der Vergangenheit erinnern. Es ist ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass es da einen Staat gibt, den man bei Gefahr immer aufsuchen kann.</p>
<p>JZ: Abschließend zwei Fragen: Welcher höherklassigen Vereinsmannschaft drücken Sie die Daumen und wer wird Europameister?</p>
<p>Schlesinger: Meine Sympathien gehören den Bayern und im europäischen Fußball zusätzlich auch Real Madrid. Und wer Europameister wird? Schwierig zu sagen, aber ich hoffe auf Deutschland.</p>
<p>JZ: Herr Schlesinger, vielen Dank für das Gespräch.</p>
<p style="text-align: left;" align="center"> <strong>Zur Person:</strong></p>
<p style="text-align: left;" align="center"><strong>Tuvia Schlesinger arbeitet als Polizeibeamter im gehobenen Dienst. Seit 1970 ist er Makkabi-Mitglied. Er war zunächst als Fußballer im Verein aktiv, später in der Funktion eines Vorstandsmitglieds und ist heute Vorsitzender des Vereins. Berlin, den 15.03.2008 / Nicht veröffentlicht </strong></p>
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		<title>Türkiyemspor – the Pride of Kreuzberg nochmal davongekommen</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 13:10:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[Sportlich im Tabellenkeller der Regionalliga Nord. Finanziell der Insolvenz knapp entgangen. Ein Lagebericht. Das Heimspiel gegen die Mannschaft von Oberneuland, einem Bremer Ortsteil, ist sehr schlecht besucht. Ganze 53 Fans verlieren sich in der zugigen Betonschüssel des 20.000 Zuschauer fassenden &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=194">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Sportlich im Tabellenkeller der Regionalliga Nord. Finanziell der Insolvenz knapp entgangen. Ein Lagebericht.<span id="more-194"></span></h2>
<p>Das Heimspiel gegen die Mannschaft von Oberneuland, einem Bremer Ortsteil, ist sehr schlecht besucht. Ganze 53 Fans verlieren sich in der zugigen Betonschüssel des 20.000 Zuschauer fassenden Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks in Prenzlauer Berg. Türkiyemspor dominiert leider nicht nur sportlich den Tabellenkeller der Regionalliga Nord, sondern ist auch bei der Zuschauergunst mit im Schnitt 199 Fußballenthusiasten das Schlusslicht der Regionalliga. Eine Zahl, die noch niedriger ausfallen würde, kämen nicht auch die Anhänger der Gästemannschaften ins Stadion. Fußballstimmung kommt so nur selten auf. Leider besitzt Türkiyemspor kein eigenes regionalligataugliches Stadion in Kreuzberg und so werden Heimspiele zu gefühlten Auswärtsspielen. Denn Türkiyemspor im Prenzlauer Berg, das passt zusammen wie Schneefall und Tropen.</p>
<h3>Der Kuckuck an der Tür</h3>
<p>Wäre das alles nicht schon deprimierend genug, folgte letzten Herbst ein weiterer Schock. Das Gespenst der Insolvenz geisterte durch das Vereinsbüro. Der Schuldenberg hatte die 600.000 Euro Marke erreicht. Türkiyemspor war zahlungsunfähig. Erst der Verzicht ehemaliger Vorstandsmitglieder auf ihr Geld und ein knallharter Sparkurs konnten das drohende Ende noch einmal abwenden. Nun treten die Spieler für unter 200 Euro im Monat gegen den Ball. Viele haben Türkiyemspor bereits verlassen. Robert Claus vom Mediateam des Vereins betont daher, dass man realistisch sei und bereits für die Oberliga plane. „Dort wollen wir uns erst einmal konsolidieren.“ Die Jugendarbeit und das soziale Engagement würden allerdings weiter laufen wie bisher. Hier gäbe es kaum Kosten, die eingespart werden müssten. Es fehlt die breite Solidarisierung türkischstämmiger Berlinerinnen und Berliner. Der Wedding liegt zwar in Sichtweite der Flutlichtmasten doch trotzdem verirrt sich kaum ein türkischstämmiger Nachbar ins Stadion. „Die haben halt ihre eigenen Vereine“, versucht es Robert Claus zu erklären.</p>
<h3>Angriffe von Rechts</h3>
<p>Dabei ist das Potenzial breiter Zuschauerunterstützung vorhanden. Zuschauerzahlen von mehreren Tausend Fußballenthusiasten wurden bereits erreicht. Doch das scheint erst einmal Geschichte. Eine Geschichte, die in einer Berliner Freizeitliga begann und beinahe in die Zweite Bundesliga geführt hätte. Die Erfolge machten den Verein bei Fußballfans bundesweit bekannt und bei rechten Gruppen verhasst. Diesbezüglich habe sich kaum etwas geändert, betont Robert Claus. So stand der Text „Und wieder kein Tor für Türkiyemspor“ auf den T-Shirts zahlreicher Fans des Ligakonkurrenten Chemnitzer FC. Es ist der Refrain eines Liedes der verbotenen Band <em>Die Landser. </em>Der DFB verhängte daraufhin harte Strafen gegen den sächsischen Verein. Aufgrund dessen würde sich die rechte Fanszene in den Stadien ein wenig zurückhaltender präsentieren, so Robert Claus. Dass vor dem Spiel gegen Oberneuland einem Mannschaftsbus von Türkiyemspor in Rudow die Reifen zerstochen wurden, bleibt da nur Randnotiz. „Wir waren das einzige Auto, was im Umkreis beschädigt wurde. Das sagt eigentlich schon alles. Aber da wir keine Beweise haben, beschuldigen wir auch niemanden“, nimmt er es schon beinahe stoisch.</p>
<h3>Bald wieder daheim</h3>
<p>Tatsächlich gilt der Blick der Zukunft und die heißt erst einmal Oberliga. An dem Abend macht Türkiyemspor einen weiteren Schritt in die Richtung und verliert mit 1:2 gegen die Mannschaft vom Bremer Stadtrand. „Oberneuland, Oberneuland“, schallt es vereinzelt durch die kalte Nacht. „Wenn wir nächste Saison in der Oberliga spielen, dürfen wir auch das Kreuzberger Katzbachstadion nutzen. Dann sind wir endlich wieder zuhause“, bringt es ein Fan von Türkiyemspor auf den Punkt. Immerhin gibt es dann auch wieder richtige Heimspiele.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Berlin, den 28. Januar 2011  Erschienen im Stachel Frühjahr 2011 http://www2.frieke.de/uploads/stachel_a3_2011_02.pdf<em><br />
</em></p>
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