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	<title>Alexander Jossifidis &#187; Sport</title>
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		<title>Ein dreiblättriges Kleeblatt das Glück verheißt</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:04:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der ruhmreiche Athener Sportklub Panathinaikos feiert in diesem Jahr sein 100jähriges Bestehen. In die Freude und den Stolz hierüber mischen sich allerdings auch Ernüchterung und Enttäuschung. Gerade die Fußballabteilung konnte ihren Ansprüchen in der jüngeren Vergangenheit nur selten gerecht werden. &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=138">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der ruhmreiche Athener Sportklub Panathinaikos feiert in diesem Jahr sein 100jähriges Bestehen. In die Freude und den Stolz hierüber mischen sich allerdings auch Ernüchterung und Enttäuschung. Gerade die Fußballabteilung konnte ihren Ansprüchen in der jüngeren Vergangenheit nur selten gerecht werden. Fanproteste im Jahr des Jubiläums bildeten den traurigen Höhepunkt. Ein kurzes Porträt <span id="more-138"></span></em></p>
<p>Es begann vor etwas mehr als 100 Jahren. Athen war ein gemütliches Städtchen, die Millionengrenze noch in weiter Ferne. Da entdeckte der Leichtathlet Giorgos Kalafatis seine Leidenschaft für den Fußballsport. Im Verein Panellinios eingetragen, hielten die dortigen Verantwortlichen jedoch wenig von diesem proletarischen Spiel. Kalafatis ergriff daraufhin Eigeninitiative. Gemeinsam mit Freunden und Verwandten gründete er im Jahr 1908 den Athener Fußballverein. Es folgten mehrere Namensumbenennungen und erst 16 Jahre später trat der Klub endgültig als Panathinaikos auf. Seine Sportler waren zunächst auch bei der Wahl der Vereinsfarben wenig konsequent. Der Vorfall, der sie vom Tragen roter Hemden Abstand nehmen ließ, ist Legende. Während eines Fußballspiels der so gekleideten Mannschaft stürmte das Rindvieh einer benachbarten Weide den Platz. Die Spieler mussten schnell feststellen, dass es der Bulle insbesondere auf die roten Leibchen abgesehen hatte. Panikartig rissen sie sich diese vom Körper und sollten sie fortan auch nie mehr tragen.</p>
<p>Etwas entspannter ging schließlich die Wahl der Vereinsfarbe Grün vonstatten. Während einer Mitgliederversammlung im Jahr 1919 schlug der Athlet und spätere Präsident Michalis Papazoglou neben dieser Farbe auch ein dreiblättriges Kleeblatt als Emblem vor. Sie erinnerten beide an seinen Konstantinopler Stammverein Chalkidona.</p>
<p>In diesem Outfit traten die Spieler von Panathinaikos Jahrzehnte später an, um die erste Griechische Meisterschaft zu gewinnen. Die Saison 1959/60 stellte für alle beteiligten Teams Neuland dar. Der Athener Klub konnte Dimitris Domazos im Tausch für ein Paket Sportkleidung verpflichten. Das 17jährige Talent hatte zuvor beim benachbarten Amateurverein Amina Ambelokipon gegen den Ball getreten. Bei Panathinaikos entwickelte sich der junge Mann zu einem der besten griechischen Fußballer aller Zeiten. Seine Schwindel erregenden Dribblings und präzisen Pässen machten ihn zum Gehirn und Herzen einer Mannschaft, die schon bald <em>grüner Mythos </em>genannt werden<em> </em>sollte. Die Saison 1963/64 ging ohne ein verlorenes Spiel zu Ende. Im folgenden Jahr verhinderte wiederum die Defensivabteilung 1088 Minuten ein Gegentor.</p>
<p>Auch international erregte der Klub Aufmerksamkeit. Als erste und einzige Mannschaft Griechenlands erreichte Panathinaikos das Finale des Europapokals der Landesmeister. Eines Pokals der heute in der Champions League ausgespielt wird. Im legendären Wembley-Stadion hieß der Gegner am 2. Juni 1971 Ajax Amsterdam. Zirka 20.000 griechische Anhänger hatten den Weg in den Londoner Nordwesten gefunden, um ihr Team zu unterstützen. Doch die Jungs von Trainer Ferenc Puskas mussten gegen die favorisierten Niederländer Lehrgeld bezahlen und verloren 0:2.</p>
<p>Mit dem Finaleinzug stieg das Anspruchsdenken der Verantwortlichen im Verein. National besaß Panathinaikos nach wie vor eine der besten Mannschaften. International konnte das Team allerdings nicht mit den Schwergewichten des europäischen Fußballs konkurrieren. Zudem geriet der Klub in eine finanzielle Schieflage. In der Not sprang die einflussreiche Industriellenfamilie Vardinogiannis ein. Sie erwarb den Klub im Jahr 1979 und sorgte für die nötige ökonomische Stabilität. Eine europäische Spitzenmannschaft aus Panathinaikos zu formen, gelang jedoch auch ihrem Engagement nicht. Ganz im Gegenteil. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2008 zeigten die Kicker eine durchschnittliche Leistung. Die Fans reagierten Mitte April auf das Dargebotene und zogen protestierend durch Athen. „Haut ab, lasst Panathinaikos seinen Weg finden“, riefen viele der zirka 30.000 Anhänger. Womit sie primär die Eigentümer des Vereins, die Familie Vardinogiannis, meinten. In deren großem Einfluss sie den Hauptgrund für die Miesere erkannten.</p>
<p>Tatsächlich stehen dem Klub Zeiten des Umbruchs bevor. An einer goldenen Zukunft wird seit September im wahrsten Sinne des Wortes gebaut. Das altehrwürdige Apostolos-Nikolaidis-Stadion – benannt nach dem ehemaligen Athleten, Spieler und Präsidenten von Panathinaikos – fällt Abrissmaßnahmen zum Opfer. Die Zukunft besteht aus einer schönen aber auch verwechselbaren Fußballarena. Versehen mit einem Sponsorennamen wird sie lange brauchen, um dem alten Stadion im Quartier in direkter Nähe des Lykavitos emotional Paroli bieten zu können. Sie ist vielmehr Bestandteil eines modernen Sportkomplexes, der anzeigt, dass Panathinaikos mit seinen über 20 Sportabteilungen nicht ausschließlich ein Fußballverein ist. Doch gerade dieser liegt den meisten <em>Grünen</em> am Herzen. Und so werden sie auch zum neuen Stadion pilgern und das Vereinslied anstimmen: „Σύλλογος μεγάλος δεν υπάρχει άλλος“ („Einen Verein so groß wie dich, gibt es nicht…“).</p>
<p>Berlin, den 17. November 2008 / Erschienen in der Griechenland Zeitung</p>
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		<title>„Wir können nicht nur Toleranz einfordern, wir müssen sie auch leben“</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 12:44:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Fußballmannschaft von Makkabi Berlin geht ihrem Tagesgeschäft in der Verbandsliga nach. Bei Heimspielen verirren sich nur wenige Enthusiasten im weiten Rund der Julius-Hirsch-Sportanlage. Dennoch ist Makkabi Fußballkennern ein Begriff. Ein Interview mit dem Vorsitzenden Tuvia Schlesinger über die wichtigste &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=127">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;" align="center"><strong>Die Fußballmannschaft von Makkabi Berlin geht ihrem Tagesgeschäft in der Verbandsliga nach. Bei Heimspielen verirren sich nur wenige Enthusiasten im weiten Rund der Julius-Hirsch-Sportanlage. Dennoch ist Makkabi Fußballkennern ein Begriff. Ein Interview mit dem Vorsitzenden Tuvia Schlesinger über die wichtigste Nebensache der Welt<a href="http://www.jossifidis.de/?attachment_id=220" rel="attachment wp-att-220"><img class="alignright size-medium wp-image-220" title="Makkabi Berlin" src="http://www.jossifidis.de/wp-content/uploads/2012/02/Makkabi-Berlin-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></strong> <span id="more-127"></span></p>
<p>JZ: Herr Schlesinger, bevor wir über Fußball reden, eine Frage: Sie wurden in Haifa geboren und sind 1959 im Alter von sieben Jahren nach Berlin gekommen. Was verschlug Ihre Familie zu dieser Zeit ausgerechnet nach Berlin?</p>
<p>Schlesinger: Meine Mutter kam aus Berlin. Sie hatte meinen Vater, dessen Familie wiederum aus Wien stammte und vollkommen ausgelöscht wurde, in Israel kennen gelernt. Insofern war Berlin für unsere Familie auch Heimatstadt.</p>
<p>JZ: Und Sie gehörten 1970 bei der Vereinsgründung von Makkabi Berlin zu den ersten Spielern und Mitgliedern. Wer bildete die Gründergeneration?</p>
<p>Schlesinger: Zunächst einmal muss man sagen, dass der Verein wieder gegründet wurde. Er sieht sich in der Tradition eines jüdischen Klubs, den es in der Stadt bereits vor dem Krieg gab. Die Vereinsgründer waren zumeist ältere Menschen, die nach dem Krieg nach Berlin zurückkehrten. Sie wollten mit Hilfe des Sports eine Brücke der Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden schlagen.</p>
<p>JZ: Wie wurde die Vereinsgründung damals in der Öffentlichkeit diskutiert?</p>
<p>Schlesinger: Eher neutral, wenn überhaupt. Wir spielten in den untersten Ligen und waren dort eine von vielen Mannschaften. Natürlich haben einige Politiker positiv reagiert: Berlin hatte wieder einen jüdischen Verein. Vor dem Krieg existierten zirka ein Dutzend jüdischer Sportvereine in der Stadt.</p>
<p>JZ: Makkabis Bekanntheit wuchs in den folgenden Jahren. Wie sieht die aktuelle Mitgliederzahl aus und welche Sportabteilung dominiert?</p>
<p>Schlesinger: Da Fußball mit Abstand die beliebteste Sportart in Deutschland ist, haben wir natürlich auch hier unsere größte Abteilung. Insgesamt zählt unser Verein zwischen 480 und 500 Mitglieder.</p>
<p>JZ: Makkabis Herrenmannschaft spielt in der Verbandsliga. Welche langfristigen sportlichen Ziele halten Sie für realistisch?</p>
<p>Schlesinger: Zu Beginn der Saison war das Ziel ein einstelliger Tabellenplatz. Den haben wir nun sicher. Natürlich möchte man in einem nächsten Schritt um den Aufstieg mitspielen. Allerdings fragen wir uns, ob ein Aufstieg in die Oberliga vor dem Hintergrund der negativen Ereignisse der letzten Wochen wirklich wünschenswert wäre.</p>
<p>JZ: Sie sprechen die Vorfälle mit antisemitischen Parolen während mehrerer Fußballspiele an. In vorangegangenen Interviews bemerkten sie ein Ansteigen antisemitischer Entgleisungen bei Auswärtsspielen. Wie macht sich das bemerkbar? Immerhin, Borussenfront und ähnliche Vereinigungen waren bereits ein Phänomen der 80er Jahre.</p>
<p>Schlesinger: Da gebe ich Ihnen Recht. Doch früher war alles eher unterschwellig. Man hat sein antisemitisches Gedankengut in der Regel nicht in die Öffentlichkeit getragen. Heute ist es durch politische und gesellschaftliche Entwicklungen jedoch wieder gang und gäbe. Eine Studie der Friedrich Ebert Stiftung hierzu besagt beispielsweise, dass zirka 25 Prozent der Deutschen antisemitische Ansichten vertreten. Wenn man diese Zahlen kennt und seine Erfahrungen in der jüngsten Vergangenheit gemacht hat, dann fragt man sich natürlich, ob es wünschenswert ist, die eigene Mannschaft zu Oberliga-Auswärtsfahrten in Regionen außerhalb von Berlin zu schicken.</p>
<p>JZ: Makkabi wird in der Öffentlichkeit als jüdischer Verein wahrgenommen. Doch wie viele Spieler in der Fußball-Herrenmannschaft gehören überhaupt noch zur jüdischen Glaubensgemeinschaft?</p>
<p>Schlesinger: In unserer Jugendabteilung sind sehr viele Kicker jüdischen Glaubens. Bei unserer zweiten Herrenmannschaft sind es so zwischen 60 und 70 Prozent. Nur bei unserer in der Verbandsliga spielenden Mannschaft sind es gerade einmal zwei Spieler. Dennoch müssen sich die Spieler Pöbeleien wie „Scheiß Jude“ gefallen lassen. Die einen wollen da nicht mehr mit machen, die anderen identifizieren sich dadurch eher noch mehr mit dem Verein.</p>
<p>Der Grund für die wenigen jüdischen Spieler im Verbandsligateam geht damit einher, dass hier leistungsbezogen gearbeitet wird. Man trifft sich in kurzen Abständen, um hart zu trainieren. Folglich ist das kein entspannter Hobbyfußball mehr und das schreckt natürlich viele aus dem Nachwuchs ab.</p>
<p>JZ: Makkabis Fußballmannschaft zählt in dieser Saison zu den Spitzenteams der Liga. Dennoch hält sich das Zuschauerinteresse in Grenzen. Beim Spitzenspiel gegen die Reinickendorfer Füchse sah man im heimischen Stadion beispielsweise mehr Auswärtsfans. Woran könnte das liegen?</p>
<p>Schlesinger: Wir sind einfach zu schnell gewachsen, hatten zu schnell Erfolg. Es fehlt an vielen Dingen. Sehen Sie sich die Infrastruktur an: Wir haben keinen Stadionsprecher. Keine Musik während der Pause. Alles Dinge, die einen Besuch ein wenig komfortabler gestalten. Ferner können wir noch mehr für uns werben.</p>
<p>JZ: Zum Fußball gehören Rivalitäten und Freundschaften zu anderen Teams. Wie sieht es da bei Makkabi aus?</p>
<p>Schlesinger: In der Verbandsliga sind alle Mannschaften Konkurrenten. Doch da wir gute Kontakte zum Berliner SC haben, hoffe ich, dass er die Klasse wird halten können. In der Oberliga haben wir wiederum ein gutes Verhältnis zu Türkiyemspor.</p>
<p>JZ: Türkiyemspor und Makkabi haben sich in der Vergangenheit auch bei Veranstaltungen engagiert, die sich gegen Homophobie im Sport wenden. Stichwort respect gaymes. Wie kam es dazu?</p>
<p>Schlesinger: Wir können nicht immer nur Toleranz von anderen einfordern, wir müssen sie auch leben. Daher haben wir uns selbstverständlich gerne bei der Initiative gegen Homophobie im Sport beteiligt.</p>
<p>JZ: Makkabi folgt zionistischen Idealen…</p>
<p>Schlesinger: …Das hört sich so nach Imperialismus an. Tatsächlich hat beispielsweise Jerusalem in unseren Gebeten eine zentrale Bedeutung. Und dann möchte ich an die Verfolgungen der Vergangenheit erinnern. Es ist ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass es da einen Staat gibt, den man bei Gefahr immer aufsuchen kann.</p>
<p>JZ: Abschließend zwei Fragen: Welcher höherklassigen Vereinsmannschaft drücken Sie die Daumen und wer wird Europameister?</p>
<p>Schlesinger: Meine Sympathien gehören den Bayern und im europäischen Fußball zusätzlich auch Real Madrid. Und wer Europameister wird? Schwierig zu sagen, aber ich hoffe auf Deutschland.</p>
<p>JZ: Herr Schlesinger, vielen Dank für das Gespräch.</p>
<p style="text-align: left;" align="center"> <strong>Zur Person:</strong></p>
<p style="text-align: left;" align="center"><strong>Tuvia Schlesinger arbeitet als Polizeibeamter im gehobenen Dienst. Seit 1970 ist er Makkabi-Mitglied. Er war zunächst als Fußballer im Verein aktiv, später in der Funktion eines Vorstandsmitglieds und ist heute Vorsitzender des Vereins. Berlin, den 15.03.2008 / Nicht veröffentlicht </strong></p>
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		<title>Die Geschichte des griechischen Fußballs in Thessaloniki</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 12:26:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die gesellschaftspolitische Vergangenheit einer Stadt lässt sich zuweilen an den Traditionen der ortsansässigen Fußballvereine ablesen. Dies wird am Beispiel der makedonischen Provinzhauptstadt Thessaloniki besonders deutlich. Benannt nach einer Halbschwester Alexanders des Großen, entwickelte sich Thessaloniki während des byzantinischen Mittelalters zu &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=112">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die gesellschaftspolitische Vergangenheit einer Stadt lässt sich zuweilen an den Traditionen der ortsansässigen Fußballvereine ablesen. Dies wird am Beispiel der makedonischen Provinzhauptstadt Thessaloniki besonders deutlich.<span id="more-112"></span></p>
<p>Benannt nach einer Halbschwester Alexanders des Großen, entwickelte sich Thessaloniki während des byzantinischen Mittelalters zu einem bedeutenden ökonomischen Zentrum, welches nur noch von Konstantinopel übertroffen wurde.</p>
<p>In der darauffolgenden und bis zum Jahre 1913 reichenden osmanischen Epoche büßte Thessaloniki wenig von seiner diesbezüglichen Geltung ein. Die sephardischen Juden dominierten gemeinsam mit ihren türkischen und griechischen Nachbarn das Stadtbild und machten Thessaloniki damit zum Prototypen einer urbanen osmanischen Gemeinde. In diesem Milieu gründeten griechische Einwohner im Jahre 1899 den <em>Klub der Kunstfreunde, </em>aus dem beinahe eine Dekade später der Fußballverein Iraklis Thessaloniki hervorgehen sollte. Zunächst beschäftigten sich die <em>Kunstfreunde</em> ausschließlich mit der Musik und der Literatur, bevor sie sich im Jahre 1903 auch sportiv betätigten. Dabei stand Fußball zunächst nicht im Vordergrund, sondern vielmehr das Schwimmen und Radfahren. Ein erstes Fußballspiel fand im April 1905 statt.</p>
<p>Finanzielle Engpässe zwangen die Mitglieder des Vereins drei Jahre später, mit der Spielvereinigung Olympia zu fusionieren. Dies war die Geburtsstunde von Iraklis (i.e. Herakles) Thessaloniki, welcher sich nach einem Halbgott der griechischen Mythologie benannte. Der offizielle Name in jenen Jahren lautete <em>Osmanisch Hellenischer Klub von Thessaloniki – Iraklis.</em> Dem Selbstverständnis nach war Iraklis ein griechischer Verein, weshalb die Vereinsfarben blau und weiß jenen der griechischen Nationalflagge entsprachen.</p>
<p>Die politischen Rahmenbedingungen änderten sich in den Jahren 1912/13 in entscheidender Weise: Als Resultat zweier Balkankriege fiel Thessaloniki an den griechischen Staat. Dieser Erfolg beflügelte die Nationalisten im Lande. Sie drängten das Königshaus in Athen, am unmittelbar folgenden Ersten Weltkrieg auf der Seite der Westmächte teilzunehmen. Ihr Ziel implizierte die endgültige Auflösung des Osmanischen Reiches, welches als Verbündeter der Mittelmächte auftrat. Die griechischen Nationalisten träumten von einem Großgriechenland als <em>Wiedergeburt</em> des im Mittelalter untergegangenen Byzanz.</p>
<p>In einer emotional aufgeputschten Atmosphäre gründeten Bürger Thessalonikis im Jahre 1914 den Verein Aris (i.e. der Kriegsgott der griechischen Mythologie) und wählten dabei bewusst die Farben schwarz und gelb, welche identisch mit jenen des Byzantinischen Reiches waren.</p>
<p>Das Königshaus hielt dieser Kriegsbegeisterung des primär republikanischen Lagers seine Neutralitätspolitik entgegen. Kriegsbefürworter, die von einem Großgriechenland in byzantinischen Ausmaßen phantasierten, strömten fortan zu den Schwarz-Gelben, während royalistische Kriegsgegner die Blau-Weißen von Iraklis für sich entdeckten. Insofern standen die beiden Fußballklubs symbolisch für die politische Zerrissenheit der griechischen Gesellschaft, die in einen Bürgerkrieg abzudriften drohte.</p>
<p>Mit Unterstützung der Westmächte setzten sich die Republikaner innenpolitisch durch und führten das Land in den Krieg gegen die Mittelmächte. Dieser wurde gewonnen und einem territorialen Expansionismus nach Kleinasien schien nun nichts mehr im Wege zu stehen. Im heutigen Izmir (damals Smyrna) landeten griechische Truppen und drangen in das Landesinnere vor. Dem stellte sich eine bewaffnete türkische Nationalbewegung entgegen. Sie wurde von dem in Thessaloniki geborenen Mustafa Kemal (i.e. Atatürk) organisiert und verwickelte die griechischen Soldaten in heftige Kämpfe, welche erst im Jahre 1922 mit einer Niederlage der Okkupationsarmee endeten.</p>
<p>Knapp zwei Millionen griechische Flüchtlinge aus Kleinasien setzten sich in der Folgezeit in Richtung Griechenland in Bewegung, wobei Thessaloniki einen zentralen Zufluchtsort darstellte. Gegen Ende der zwanziger Jahre entstammten 48 Prozent der Stadtbewohner einem Flüchtlingshintergrund. Dies führte zu Spannungen mit der alteingesessenen Bevölkerung, welche die zumeist mittellosen Neuankömmlinge für nicht integrierbar hielt. Tatsächlich gründeten viele Vertriebene ihre eigenen Vereine. Hierzu zählte auch der 1926 etablierte <em>Panthessalonikos Athlitikos Omilos Konstantinoupolitos</em> (PAOK), der Sportverein der Flüchtlinge aus Konstantinopel (i.e. Istanbul), der den byzantinischen doppelköpfigen Adler als Emblem wählte. Die Vereinsfarben schwarz und weiß symbolisierten wiederum die tragische Vergangenheit und den hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.</p>
<p>Da sich die Gründerväter bereits in der osmanischen Hauptstadt in einem Sport- und Kulturverein organisiert hatten, reicht die Tradition des Klubs bis in das Jahr 1875 zurück. Damals war in der Stadt am Bosporus die <em>Athletische und Kulturelle Vereinigung Konstantinopels &#8211; Hermes </em>bei den örtlichen Behörden angemeldet worden.</p>
<p>In Thessaloniki entwickelte sich PAOK zum größten Verein der Flüchtlinge und damit einhergehend zum schärfsten sportlichen Konkurrenten der Schwarz-Gelben. Die gesellschaftliche Bruchlinie zwischen alteingesessener und neu hinzugekommener Einwohnerschaft machte sich nun auch im Fußball bemerkbar. Sie ging ferner mit dem ökonomischen Status der Anhänger einher. Aris entwickelte sich zum Klub der besser situierten Mittelschicht, während PAOK die zumeist mittellose Stadtbevölkerung ansprach.</p>
<p>Im Laufe der Jahrzehnte wurde diese Eingrenzung obsolet, da PAOK aufgrund seiner sportlichen Erfolge während der siebziger Jahre auch Bewohner ohne Flüchtlingshintergrund für sich begeistern konnte. So war PAOK die erste Mannschaft aus dem Norden Griechenlands, welche in der Nachkriegszeit die nationale Fußballmeisterschaft gewann. Dieses seltene Ereignis fand im Jahre 1976 statt und ließ den Flüchtlingsverein aus Istanbul zusätzlich zu einem sportlichen Aushängeschild Makedoniens werden.</p>
<p>In der jüngsten Vergangenheit konnte PAOK auch im Europapokal größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen als die beiden Stadtkonkurrenten. Während Iraklis nur sporadisch im <em>internationalen Geschäft </em>mitmischt, muss Aris in der kommenden Saison sogar in der Zweiten Liga antreten. Die Rolle als dritte Kraft Thessalonikis wird dann Apollon Kalamarias übernehmen.</p>
<p>Diese Mannschaft ist im Stadtbezirk Kalamaria, unweit des internationalen Flughafens, beheimatet und wurde im Jahre 1926 von griechischen Flüchtlingen aus dem Pontus, dem türkischen Schwarzmeergebiet, gegründet. Die Popularität des Klubs beschränkt sich jedoch weitestgehend auf Kalamaria, was mit dem bisher fehlenden sportlichen Erfolg korrespondieren dürfte. Die Schwarz-Roten verbrachten die vorangegangenen zehn Jahre in der Zweiten Liga und kehrten erst in der Saison 2004/05 in die griechische Eliteliga zurück.</p>
<p>Die Fußballkultur in Thessaloniki ist so vielschichtig wie die Stadt selbst. Auch wenn sich mittlerweile vieles vereinheitlicht hat und der Erfolg ausschlaggebend für die Beliebtheit der einzelnen Vereine ist, so gibt es nach wie vor genügend Fans, welche ihren Klub aufgrund der oben beschriebenen Traditionen auswählen.</p>
<p>Erschienen in der Griechenland Zeitung XX</p>
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		<title>Support your local team</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 12:24:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das allgemeine Interesse an den Fußballdarbietungen der Vereine aus Friedrichshain-Kreuzberg hält sich in überschaubaren grenzen. Ein Dokumentarfilm änderte dies kurzzeitig: Football Under Cover. Eine Filmkritik Die sympathische Frauenmannschaft des BSV Al-Dersimspor trainiert in der Sportanlage am Anhalter Bahnhof. Ihre Spiele &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=110">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das allgemeine Interesse an den Fußballdarbietungen der Vereine aus Friedrichshain-Kreuzberg hält sich in überschaubaren grenzen. Ein Dokumentarfilm änderte dies kurzzeitig: Football Under Cover. Eine Filmkritik<span id="more-110"></span></p>
<p>Die sympathische Frauenmannschaft des BSV Al-Dersimspor trainiert in der Sportanlage am Anhalter Bahnhof. Ihre Spiele finden, wie bei den meisten anderen Amateurmannschaften auch, kaum öffentliche Beachtung. Dies ändert sich jedoch mit der Planung für ein Freundschaftsspiel gegen die iranische Frauennationalmannschaft. Fußball ist im Iran äußerst populär. Männer und Frauen dürfen jedoch nicht gemeinsam in das Stadion gehen. Ein Grund, weshalb selbst dem Vereinschef des BSV Al-Dersimspor der Zutritt zum Teheraner Sportplatz verweigert wird. Im Frühjahr 2006 finden sich letztlich zirka 1000 Frauen im weiten Rund ein. Mit südländischer Begeisterung schreien sie das iranische Team nach vorne. In den Augen der Sittenwächterrinnen ein Ärgernis, welches eine Steigerung erfährt, als Parolen für die Emanzipation der Frau formuliert werden.</p>
<p>Die verschleierten Fußballspielerinnen bekommen hiervon nur am Rande mit. Die Konsequenzen sind jedoch eindeutig: Ein vorgesehenes Rückspiel in Kreuzberg wird von iranischer Seite kurzfristig abgesagt.</p>
<p>Der Dokumentarfilm zeigt eindrucksvoll, dass für manche Entscheidungsträger Fußball doch mehr zu sein scheint als lediglich die schönste Nebensache der Welt. Das Verhindern eines Freundschaftsspiels, welches der Völkerverständigung hätte dienen können, wirft kein gutes Licht auf die Verantwortlichen. Ob sie ihrem Land damit einen großen Dienst erwiesen haben, sei dahingestellt. Aktive Fußballfans, die sich den Film anschauen, dürften dies wohl eher bezweifeln.</p>
<p>Berlin XXX</p>
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