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	<title>Alexander Jossifidis &#187; Südsudan</title>
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		<title>Ich bete für den Frieden</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:51:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit dem 9. Januar läuft ein einwöchiges Referendum über die politische Zukunft des südlichen Sudan. Die Weichen stehen auf Unabhängigkeit einer Region von der Fläche Frankreichs. Die Menschen des Südsudan sind zumeist Christen oder Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen, die Mehrheit &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=176">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem 9. Januar läuft ein einwöchiges Referendum über die politische Zukunft des südlichen Sudan. Die Weichen stehen auf Unabhängigkeit einer Region von der Fläche Frankreichs. <span id="more-176"></span>Die Menschen des Südsudan sind zumeist Christen oder Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen, die Mehrheit der Sudanesen dagegen Muslime. Dieser Gegensatz, aber auch die Diskriminierung der schwarzafrikanischen Bevölkerung durch eine arabische Elite bestimmten einen Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieg mit über zwei Millionen Toten. Im Januar 2005 erfolgte ein Friedensvertrag, der nun die Unabhängigkeit des Südens ermöglichen soll.</p>
<p>Der bitterarme Südsudan kann als Startkapital mit reichen Erdölvorkommen aufwarten. Sie umfassen 80 Prozent des sudanesischen Erdöls. Begehrlichkeiten des Nordens wecke dies jedoch nicht, versichert Rodwan Osman Said Ibrahim. Er ist zweiter Sekretär der sudanesischen Botschaft in Berlin und betont vielmehr, dass die Regierung in der Hauptstadt Khartum den Ausgang des Referendums akzeptieren würde. Dabei spiele es keine Rolle, wie das Referendum ausfalle. Ein erneuter Waffengang wäre für alle Seiten ein Fiasko. Eine ökonomische Kooperation sei dagegen die bessere Alternative. „Sie haben das Öl und wir die Pipelines und Häfen für den Export“, bringt es der Diplomat auf den Punkt.</p>
<p>Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Unabhängigkeit sind bereits zahlreiche Südsudanesen aus Deutschland in die alte Heimat zurückgekehrt. Dort arbeiten sie zumeist als Fachkräfte oder Berater von Hilfsorganisationen, wie dem World Food Programm der Vereinten Nationen. Ulrich Delius, Sudan-Experte der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen, vermutet nur noch zirka 30 Südsudanesen in Deutschland. Ihre Anzahl belief sich jedoch selbst in den Hochzeiten auf kaum mehr als 70 Menschen. Einer von ihnen ist der in Berlin tätige Arzt Arkangelo Modesto. Er ist ehrenamtlicher Präsident des SudanClub, einer Begegnungsstätte für Nord- und Südsudanesen in Charlottenburg. Nach Berlin kam er infolge eines Abkommens, das die DDR mit dem Sudan zur Ausbildung sudanesischer Ärzte geschlossen hatte. Seine Freude über die bevorstehende Unabhängigkeit ist groß. Doch ein wenig Besorgnis bezüglich möglicher Gewalt während der Abstimmung schwingt in seinen Worten mit. „Ich bete für den Frieden und werde während des Referendums meine sudanesischen Freunde treffen.“</p>
<p>Zwar würde der Südsudan als unabhängiger Staat politisch und ökonomisch nicht bei Null beginnen, doch Modesto unterstreicht, dass die Hilfe Europas und der USA in Zukunft unabdingbar seien. Es fehle an Infrastruktur, einem funktionierenden Gesundheitswesen und ausreichend Nahrung für die Menschen. Der sympathische Arzt plant, bald selbst in den Sudan zu reisen. „Gerne möchte ich das Krankenhaus wieder aufbauen, in dem ich früher einmal gearbeitet habe.“</p>
<p>Trotz großer Armut sieht er positiv in die Zukunft. „Wir haben ausreichend qualifizierte Männer und Frauen, die einen funktionierenden Staat aufbauen können.“ Die Stabilität des Staates hänge allerdings auch von demokratischen Strukturen ab, die ebenfalls noch entstehen müssten. Zum Abschied betont er noch, dass trotz der emotionalen Wunden des Bürgerkrieges Nord- und Südsudanesen in guter Nachbarschaft leben sollten. So wie sie es in Berlin praktizieren würden &#8211; von einer friedlichen Nachbarschaft könnten schließlich alle Menschen profitieren. Auch und gerade im Sudan.</p>
<p>Berlin, den 5. Januar 2011 / Erschienen in die kirche</p>
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		<title>&#8222;Wir sind sehr euphorisch&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 12:39:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[SUDAN Die Sudanesen in Berlin haben derzeit nur ein Thema: das Referendum über die Unabhängigkeit des Südens, sagt Arkangelo Modesto. Es werde leidenschaftlich diskutiert &#160; INTERVIEW ALEXANDER JOSSIFIDIS Herr Modesto, Sie sind Vorsitzender des SudanClubs in Berlin. Hier treffen sich &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=82">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h5><span style="font-family: Arial,sans-serif;">SUDAN Die Sudanesen in Berlin haben derzeit nur ein Thema: das Referendum über die Unabhängigkeit des Südens, sagt Arkangelo Modesto. Es werde leidenschaftlich diskutiert</span></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">INTERVIEW ALEXANDER JOSSIFIDIS</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Herr Modesto, Sie sind Vorsitzender des SudanClubs in Berlin. Hier treffen sich Süd- und Nordsudanesen. Sicherlich ist das Referendum über die Unabhängigkeit des Südens derzeit das bestimmende Thema? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Arkangelo Modesto:</strong> Natürlich, wir diskutieren leidenschaftlich miteinander. Sie können sich vorstellen, dass wir Südsudanesen zurzeit sehr euphorisch sind, während die Nordsudanesen den Abspaltungsprozess mit gemischten Gefühlen sehen. Aber bei uns im Verein darf jeder frei sagen, was er denkt. <span id="more-82"></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wie viele Südsudanesen leben in Berlin?</strong> </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Wir sind hier nur eine Handvoll. Viele sind in den letzten Jahren in den Sudan zurückgekehrt, um beim Aufbau des Südens zu helfen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Könnten Sie sich selbst auch eine Rückkehr vorstellen? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Pläne für eine Rückkehr habe ich tatsächlich. Gerne würde ich das Krankenhaus wieder aufbauen, in dem ich früher gearbeitet habe. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>In den letzten Monaten kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen südsudanesischen Volksgruppen. Und auch während des Referendums forderten Auseinandersetzungen Tote, diesmal in einer Grenzregion zum Norden. Wie stabil ist die Lage? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Zu den Kämpfen, auch zu den aktuellen Auseinandersetzungen, möchte ich nur so viel sagen: Sie werden von Gruppen aus dem Norden geschürt, die gegen die Unabhängigkeit des Südens sind. Das Land sollte im Chaos versinken und der Welt gezeigt werden, schaut her, der Süden ist noch nicht reif für die Selbstständigkeit. Für einen stabilen Staat benötigen wir wiederum dringend die Hilfe Europas und der USA. Wir beginnen zwar nicht bei null, aber die Infrastruktur ist katastrophal, die Versorgungslage schlecht und das Gesundheitssystem in seinen Anfängen. Auf der politischen Ebene muss zudem ein demokratisches System etabliert werden. Doch wir haben qualifizierte Frauen und Männer in unseren Reihen, denen ich zutraue, einen stabilen Staat aufzubauen. Der Süden hatte von 1973 bis 1985 einen Autonomiestatus innerhalb des Sudans. Das zeigt, dass wir uns sehr wohl selbst verwalten können. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Ökonomisch helfen könnte einem unabhängigen Südsudan sicherlich das Erdöl. Sind die großen Ölvorkommen Segen oder auch Fluch? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ich gebe Ihnen recht: Wir sollten uns nicht ausschließlich auf das Erdöl konzentrieren. Es kann aber auch der Motor sein, um andere Ressourcen freizusetzen, wie zum Beispiel in der Landwirtschaft. Ferner hat das Öl einen ganz großen Vorteil. Wir besitzen 80 Prozent des sudanesischen Öls. Es muss allerdings für den Export über nordsudanesische Pipelines zum nordsudanesischen Hafen gepumpt werden. Beide Parteien, Nord- wie Südsudan, profitieren also von dem Öl. Eine friedliche Koexistenz ist somit im beiderseitigen Interesse. Sie muss aber auch an anderer Stelle gepflegt werden. So leben im Sudan Nomaden, die von alters her vom Norden in den Süden ziehen. Ihnen darf die Grenze kein Hindernis sein. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Sie sind sehr engagiert. Welche Möglichkeit hatten Sie, sich für das Referendum registrieren zu lassen? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In Deutschland leider keine. In Europa konnte man sich lediglich in London für das Referendum registrieren lassen. Dorthin kommt man ohne Visum aber leider nicht so einfach. Allerdings habe ich ein sogenanntes Mock Voting mit Südsudanesen weltweit via E-Mail organisiert. Es sollte herausfinden, wie die Stimmung der Südsudanesen bezüglich der Unabhängigkeit ist. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Und wie war das Ergebnis? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Es haben 100 Prozent für die Unabhängigkeit gestimmt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">&#8222;Wir beginnen zwar nicht bei null, aber die Infrastruktur ist katastrophal&#8220;</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Arkangelo Modesto </span></h1>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">57, ist einer von schätzungsweise nur 30 Südsudanesen in Deutschland. Im Februar 1989 kam er im Rahmen eines Abkommens der DDR mit dem Sudan zur Ausbildung sudanesischer Ärzte nach Berlin. Aufgrund eines Militärputsches in seinem Heimatland vier Monate später kehrte der politisch engagierte Mediziner nicht zurück. Er beantragte Asyl, das er 1994 erhielt. Heute arbeitet Arkangelo Modesto als Arzt in Kreuzberg. Er ist ehrenamtlicher Vorsitzender des SudanClubs, einer Begegnungsstätte für Nord- und Südsudanesen aus Berlin und Brandenburg.</span></p>
<h1><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Abstimmung im Sudan</span></h1>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Seit Sonntag läuft ein einwöchiges Referendum über die politische Zukunft des Südsudans. Die Weichen stehen auf Unabhängigkeit. Die Menschen dieser Region sind zumeist Christen oder Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen, die Mehrheit der (Nord-) Sudanesen dagegen Muslime. Dieser Gegensatz, aber auch die Diskriminierung der schwarzafrikanischen Bevölkerung durch eine arabische Elite bestimmten einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit mehr als zwei Millionen Toten. Ein 2005 geschlossener Friedensvertrag soll nun zur Unabhängigkeit des Südsudans führen. Der Staat hätte die Fläche Frankreichs.</span></p>
<p>Berlin, 11. Januar 2011 / Erschienen am 12. Januar 2011 in der tageszeitung</p>
<p>&nbsp;</p>
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