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	<title>Alexander Jossifidis &#187; Griechischer Bürgerkrieg</title>
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		<title>Rezension: Kaspar Dreidoppel &#8222;Der griechische Dämon&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:24:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Griechischer Bürgerkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Widerstand und Bürgerkrieg im besetzten Griechenland 1941 – 1944 Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2009, 520 Seiten, ISBN 978-3-447-05929-9 &#160; Das vorliegende Buch ist die erweiterte Fassung einer Doktorarbeit, die im Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften an der Freien Universität Berlin angenommen wurde. &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=152">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Widerstand und Bürgerkrieg im besetzten Griechenland 1941 – 1944<br />
Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2009, 520 Seiten, ISBN 978-3-447-05929-9</p>
<p><span id="more-152"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das vorliegende Buch ist die erweiterte Fassung einer Doktorarbeit, die im Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften an der Freien Universität Berlin angenommen wurde. Kaspar Dreidoppel analysiert die militärische Besetzung Griechenlands durch die Mächte Deutschland, Italien und Bulgarien während des Zweiten Weltkrieges und die damit verbundenen machtpolitischen Umwälzungen. Seinen Fokus richtet er insbesondere auf die einflussreiche griechische Widerstandsbewegung EAM. Deren Führungspersönlichkeiten standen größtenteils der Kommunistischen Partei Griechenlands nahe.</p>
<p>Kasper Dreidoppel kritisiert vorangegangene Veröffentlichungen zum Thema. Seiner Meinung nach würden sie idealisierende Beschreibungen der EAM liefern. Dagegen möchte der Autor das wahre Wesen der Organisation offen legen und deren, wie er es nennt, Schattenseiten kennzeichnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In einem ersten Kapitel beschreibt Kaspar Dreidoppel die Ausgangssituation. Er untersucht die Politik des Okkupations- und Kollaborationsregimes und liefert knapp gehaltene Hinweise zur Vorkriegszeit. Die katastrophale Wirtschaftslage im besetzten Griechenland sieht er als entscheidende Grundvoraussetzung für die große Widerstandsbereitschaft im Land.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das zweite Kapitel untersucht die Herausbildung und die ersten Aktionen des Widerstandes. Dabei beschreibt der Autor griechische und britische Akteure. Neben der EAM und weiteren kleinen griechischen Widerstandsgruppen war es die britische Subversionsagentur SOE, die sich an Kampagnen zur Destabilisierung des Besatzungsregimes beteiligte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im dritten Kapitel geht Kaspar Dreidoppel schließlich auf den zentralen Aspekt seiner Abhandlung ein. Er untersucht das Innenleben der Kommunistischen Partei Griechenlands und der mit ihr verwobenen EAM. Dabei beschreibt er die anvisierte bzw. praktizierte Politik der Organisation bzw. ihrer lokalen Akteure.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es folgt im vierten Kapitel der Blick auf die Entwicklung hin zum Bürgerkrieg. Der Autor stellt die Auseinandersetzungen zwischen der EAM auf der einen und antikommunistischen Kräften auf der anderen Seite dar. Ferner beleuchtet er die Rolle der britischen Politik, die sich in die innergriechischen Auseinandersetzungen einmischte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese Konflikte fanden während der Besatzungszeit deutlichen Ausdruck, doch sie ermöglichten es dem Besatzungsregime nicht, hieraus politisches oder militärisches Kapital zu schlagen. Das vorletzte Kapitel beschreibt folgerichtig die Endphase der Besatzungszeit, welche mit einem Erstarken der EAM einherging.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Abschließend diskutiert Kaspar Dreidoppel die Monate nach dem Abzug der letzten deutschen Soldaten im Herbst 1944. In das Machtvakuum stießen britische sowie griechische Akteure des linken bzw. rechten politischen Spektrums. Die ausgefochtenen Antagonismen der Vergangenheit fanden eine Fortsetzung und führten zu einem Bürgerkrieg, der noch heute viele Emotionen weckt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kaspar Dreidoppel hat ein lesenswertes Buch geschrieben, in dem zahlreiche Zitate ein eindrucksvolles Bild von den damaligen Mentalitäten und Aktivitäten zeichnen. Diese Zitate sind aber auch dafür verantwortlich, dass ab und an der Überblick verloren geht und die Relevanz des Geschriebenen nicht immer deutlich wird. Weniger ist manchmal mehr. Daher scheint das Buch sicherlich für den Einstieg in die Thematik ungeeignet. Zumal wichtige Aspekte, die zum Verständnis der damaligen Gesamtsituation beitragen könnten, nur allzu kurz angerissen werden und Zeitsprünge gelegentlich für Verwirrung sorgen.</p>
<p>Auf der anderen Seite bietet die Fülle an dargestelltem Material jedem Interessierten die Möglichkeit, bereits angeeignetes Wissen über den Griechischen Bürgerkrieg und seinen Vorlauf weiter zu vervollständigen. Ein Plus dieses Buches.</p>
<p>Die EAM wird auch nach der Lektüre ein leidenschaftlich diskutiertes Streitobjekt bleiben. Wobei extreme Sichtweisen ihre Anhänger wahlweise als von Slawen gesteuerte Kommunisten oder als heldenhafte griechische Patrioten verstehen. Dabei war die EAM so facettenreiche wie die Gründe unterschiedlich, ihr beizutreten.</p>
<p>Berlin, 24. September 2009 / Erschienen in Südosteuropa Mitteilungen</p>
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		<title>&#8222;Ein Ausländer zu sein, spürte ich das erste Mal in West-Berlin&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 11:49:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alexander]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkriegsflüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Griechischer Bürgerkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[DEUTSCH-DEUTSCHE GESCHICHTE Im Griechischen Bürgerkrieg, der im Oktober vor 60 Jahren endete, flohen 100.000 Menschen in Ostblockländer. Die DDR nahm 1.128 Flüchtlinge auf &#8211; auch die Eltern von Andreas Murkudis. Er habe in der DDR eine unbeschwerte Kindheit erlebt, sagt &#8230; <a href="http://www.jossifidis.de/?p=57">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h5><span style="font-family: Arial,sans-serif;">DEUTSCH-DEUTSCHE GESCHICHTE Im Griechischen Bürgerkrieg, der im Oktober vor 60 Jahren endete, flohen 100.000 Menschen in Ostblockländer. Die DDR nahm 1.128 Flüchtlinge auf &#8211; auch die Eltern von Andreas Murkudis. Er habe in der DDR eine unbeschwerte Kindheit erlebt, sagt er. Schwierig sei es erst geworden, als die Familie 1973 nach West-Berlin zog</span></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">INTERVIEW ALEXANDER JOSSIFIDIS<strong></strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Herr Murkudis, in welcher Form hatten sich Ihre Eltern am Griechischen Bürgerkrieg beteiligt und wie kamen sie in die DDR? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Andreas Murkudis: </strong>Beide waren während des Bürgerkriegs noch Teenager und flohen mit den Partisanen über die nahen Grenzen. Wenn Sie so wollen, gehörten sie zur Partisanenbewegung. Man schickte sie in die DDR, während meine ebenfalls geflohenen Großeltern in die Tschechoslowakei gebracht wurden. Auf die Wahl des Exils hatten sie keinen Einfluss, und meine Großeltern fühlten sich in der CSSR auch nicht sonderlich wohl. <span id="more-57"></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wie erging es Ihnen in Ihrer Geburtsstadt Dresden? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ich habe mein Leben in Dresden sehr genossen. Fremdenfeindlichkeit ist mir dort nie begegnet. Ich fühlte mich weder als Grieche noch als Deutscher, sondern als Teil der DDR. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Gab es Kontakt zu anderen Bürgerkriegsflüchtlingen? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Und ob! Dresden, Leipzig, das waren Städte mit sehr vielen Bürgerkriegsflüchtlingen. Alleine in meiner Schule zählten wir vier bis acht griechische Kinder, die sogar täglich eine Stunde Griechisch-Unterricht bekamen. Um ein weiteres Beispiel zu geben: In dem Haus, in dem wir lebten, wohnte nur eine deutsche Familie. Wenn ich mich richtig erinnere, zählten wir in den vier Wohnblocks unserer Nachbarschaft zirka 30 griechische Familien. Man traf sich und man feierte gemeinsam. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Das hört sich nach einer unbeschwerten Jugend an. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Das war sie auch. Ich habe keine negativen Erinnerungen an das Leben in der DDR. Allerdings war ich erst zwölf Jahre alt, als meine Eltern 1973 nach West-Berlin zogen. Also noch zu jung, um die DDR möglicherweise kritisch zu sehen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Was führte Ihre Eltern nach West-Berlin?</strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ursprünglich wollten sie über West-Berlin nach Griechenland ausreisen, denn meinen Großeltern dort ging es gesundheitlich schlecht. Doch die griechische Vertretung in Berlin erklärte uns zu unerwünschten Personen. Die Einreise wurde verweigert und wir landeten in einem Aufnahmelager. Erst 1979 durften meine Eltern nach Griechenland zurückkehren. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wie haben Sie den Umzug nach West-Berlin erlebt?</strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Es war ein Kulturschock. Es fing schon damit an, dass ich in der Schule wegen meines Sächsisch gehänselt wurde. Zudem spürte ich zum ersten Mal in West-Berlin, was es heißt, ein Ausländer zu sein. Unsere Familie musste jedes halbe Jahr ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern lassen. Eine menschenunwürdige Prozedur. Zwischen 6 und 9 Uhr zur Behörde, in der Hoffnung, noch am selben Tag einen Termin zu bekommen. Dann die Unfreundlichkeit der Mitarbeiter, die beispielsweise mit mir sprachen, als ob ich kein Deutsch verstehen würde. Dabei lasen sie in meinen Papieren, dass ich in Dresden geboren wurde. Doch davon abgesehen waren wir natürlich mächtig beeindruckt vom gewaltigen Konsumangebot der Stadt. Wir aßen so viele Bananen in den verschiedensten Varianten, dass mir später alleine beim Gedanken daran schlecht wurde. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Sie haben dann Kunstgeschichte studiert, für das &#8222;Museum der Dinge&#8220; gearbeitet und später Modeläden eröffnet. Gab es für Sie auch die Option, wie Ihre Eltern nach Griechenland zu emigrieren? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Nein. Tatsächlich sind fast nur die Menschen im Rentenalter zurückgekehrt. Von den Jungen sind 80 bis 90 Prozent hier geblieben. In Griechenland eine gute Arbeit zu finden oder etwas aufzubauen, ist äußerst schwierig. Nichts geht voran. Zudem ist das Gesundheitssystem eine Katastrophe. Die Hygiene schlecht. Ich könnte mir in Griechenland durchaus meinen Alterssitz vorstellen, denn das Land mit seien unzähligen Inseln ist wunderschön und die Mentalität der Menschen gefällt mir. Aber zurzeit würde ich dort höchstens Urlaub machen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Welche Gefühle überwogen beim ersten Griechenlandbesuch? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Es war natürlich eine sehr emotionale Rückkehr, im positiven wie im negativen Sinne. Die Ankunft im Dorf meiner Mutter geriet zum großen Freudenfest, während die Verwandten im Dorf meines Vaters dessen Rückkehr ablehnten. Ich hatte wiederum Angst, dass mich die griechische Armee zum Militärdienst einziehen könnte. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wie erklären Sie sich das entgegengesetzte Verhalten der Verwandten? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Im Ort meiner Mutter gab es eine ganz besondere Dorfsolidarität, die vielleicht damit zu tun hat, dass die Dorfbewohner während der deutschen Besatzung in eine Kirche eingesperrt wurden und diese angezündet werden sollte. Zum Glück ist dieses Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt worden. Das Ereignis hat die Menschen dennoch zusammengeschweißt. Dagegen wurde mein Vater nach all den Jahren der Abwesenheit als Fremder wahrgenommen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Zurzeit dreht sich ja alles um das Jubiläum 20 Jahre Mauerfall. Wie erlebten Sie den 9. November 1989? </strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ich freute mich sehr für die Menschen, die diesen Tag feierten. Die Mauer musste fallen. Da ich positive Erinnerungen mit der DDR verband, hielt sich meine Freude jedoch in Grenzen. Die meisten Menschen verstanden Freiheit als die Freiheit, konsumieren und reisen zu können. Dennoch habe ich in der Nachbetrachtung das Gefühl, dass die Menschen in der DDR glücklicher waren als heute. Was beim Blick auf die wachsende Armut und Perspektivlosigkeit auch nicht verwundert.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">&#8222;Ich fühlte mich weder als Grieche noch als Deutscher, sondern als Teil der DDR&#8220;</span></p>
<h1><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Andreas Murkudis</span></h1>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Wurde 1961 in Dresden geboren, die Familie zog 1973 aus der DDR nach West-Berlin. Die Eltern zogen 1979 von dort nach Griechenland. Andreas Murkudis besitzt in Berlin drei Designerläden.<br />
<a href="http://www.andreasmurkudis.net/" target="_new">www.andreasmurkudis.net</a></span></p>
<h1><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Griechen in der DDR</span></h1>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Mit dem Abzug der deutschen Wehrmacht Ende Oktober 1944 eskalierte in Griechenland die Auseinandersetzung um die Vorherrschaft im Staat. Gegner waren mehrere konservative Regierungen und die linke Volksfront, die von der KP angeführt wurde. Während des Bürgerkriegs unterstützten sozialistische Staaten die Aufständischen, Großbritannien und die USA protegierten die Regierungen. Mit drohender Niederlage der Rebellen flohen zirka 100.000 Menschen in den letzten Kriegsmonaten nach Albanien, Bulgarien und Jugoslawien. Von dort wurden sie auf den gesamten von der Sowjetunion beeinflussten Machtbereich verteilt. Die DDR nahm 1.128 Flüchtlinge auf. Nach einer Amnestie 1979 sind mittlerweile die meisten in ihre Heimat zurückgekehrt. Heute pflegen nur noch wenige Griechen der DDR ihre alten Kontakte. </span></p>
<p>Berlin, 5. Oktober 2009 / Erschienen in der tageszeitung am 6. Oktober 2009</p>
<p>&nbsp;</p>
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